Vorgeschichte
1975
Eine erste Pfadfindergruppe bildet sich in der damals einzigen Kirchengemeinde St. Familia in Bruchköbel.
1977
Pfr. Heiner Pies und Gemeindereferentin Traudel Elsner kommen nach Bruchköbel. Beide sind zuvor in Kassel sehr aktiv in der Pfadfinderarbeit gewesen. Zusammen mit einigen Eltern und Jugendlichen bauen sie einen Stamm aus den anfänglich 15-20 Kindern. Dieser Stamm heißt zunächst St. Familia und nennt sich später um in Shalom.
Der Stamm Dom Helder Camara
1985
Am 1. Mai wird der Stamm in der neuen Kirchengemeinde Erlöser der Welt neu gegründet. Er entsteht aus einem Teil der Leiterrunde und der Gruppen des damaligen Stammes Shalom.
Die Stammesversammlung wählt Erika Portele und Brigitte Skubich zu Vorsitzenden sowie Pfr. Heiner Pies zum Kuraten. Frau Schwab wird Kassenwartin.
Als Namenspatron wählt der Stamm Dom Helder Camara, einen Bischof aus Brasilien. Dom Helder Camara kämpfte als Bischof in Recife, im armen Nordosten Brasiliens, besonders gegen die soziale Ungerechtigkeit. Er setzte sich in seiner Arbeit unter anderem für Straßenkinder ein.
1987
Das erste Stammeslager des jungen Stammes findet in Wolfshausen statt. In Gilden tummeln sich alle Alterstufen gemischt als Köche, Lagerbauer und Theaterkünstler. Der Bau der "Pons Amoris", große Theaterkunst und das Moses-Projekt der Wölflinge sind nur einige der Höhepunkte dieses Lagers. Einer der Lagerhits wird "Viva Cochabamba", das Lied zur DPSG Jahresaktion 1987.
Der Dachboden des Don-Bosco-Hauses wird ausgebaut. Unter großer Mithilfe von Pfadfindern, Eltern und Freunden entsteht ein großer Raum mit gemütlicher Atmosphäre. Das besondere am Raum:Es gibt keine Stühle und Tische, sondern nur Sitzkissen. In einer großen Namenssuche wird schließlich der Vorschlag "B.P.'s Oase" ausgewählt. Häufig wird der Raum aber nach wie vor "der Dachboden" genannt. Der Raum wird auch für Veranstaltungen der Gemeinde genutzt, z.B. Frühschichten, geht aber später in den Besitz der Pfadfinder über.
1988
Die Freundschaft mit den amerikanischen Pfadfindern in Hanau Wolfgang bringt internationale Farbe ins Stammesleben. Ein großes Lager am Himmelfahrtswochenende wird ein großer Erfolg. Im Wald zwischen Lamboy-Viertel und Wolfgang zelten, spielen und singen die amerikanischen und deutschen Pfadfinder zusammen - vom Wölfling oder "Cup Scout" bis zu den Leitern bzw. "leaders".
Im Sommer fahren Wölflinge, Jungpfadfinder und Pfadfinder in ein "kleinen Stammeslager" auf die Maulkuppe (Rhön). Drei "mutige" amerikanische Jugendliche sind mit bei den Pfadfindern dabei und lernen deutsches Lagerleben kennen.
Oliver Winkler wird als Nachfolger von Brigitte Skubich in den Vorstand gewählt.
1989
Der Gegenbesuch der Amerikaner bringt Leben ins Don-Bosco-Haus. 150 deutsche und amerikanische Pfadfinder hissen die amerikanische und die deutsche Flagge an der Kirche. Bei einem Stadtspiel erkunden die amerikanischen Gäste und die deutschen Gastgeber Stadt und Wald von Bruchköbel.
1990
Nach 1987 geht es wieder ins Stammeslager, diesmal ins bayerische Aub. "Viele Völker bauen eine Welt" lautet das Motto unter dem die Kinder und Jugendlichen in gemischten Gruppen wieder einmal über die eigene Alterstufe hinausschauen.
Im Rahmen der DPSG-Jahresaktion "Wir haben Platz im Boot" machen die Pfadfinder ein Projekt mit den Asylbewerbern in den neu errichteten Wohncontainern an der Friedberger Landstraße. Hausaufgabenhilfe und Besuche in der Gruppenstunde leisten einen kleinen aber wichtigen Beitrag, die erste Zeit im neuen Land leichter zu bewältigen.
1992
Die beiden Roverrunden guido merengo und Graffiti stellen ein internationales Pfadfindertreffen in Bruchköbel auf die Beine. Am Prisma-Lager nehmen neben zahlreichen Gruppen aus der Region auch Pfadfinder aus dem Bistum Erfurt sowie eine Gruppe von Jugendlichen aus Ungarn teil. Die Ungarn kommen aus der Stadt Hakarny, mit der die Stadt Bruchköbel heute ein Städtepartnerschaft unterhält.
Erika Portele tritt nach 7 Jahren im Vorstand zurück. Erika kann und will neben Familie und Beruf nur noch Zeit für die Arbeit als Leiter in der Pfadfinderstufe aufbringen. An dieser Stelle herzliches Dankeschön an die große Arbeit beim Aufbau des Stammes zusammen! Pfr. Heiner Pies setzt seine Arbeit als Kurat fort. Neu in den Vorstand werden Klaus Neuwald und Ralph Meister gewählt.
1993
Das turnusgemäße Stammeslager führt den Stamm nach Hausen in die bayerische Rhön. In den ersten Tagen erleben die 40 Kinder und Jugendlichen sowie 11 Leiter gemischt durch alle Stufen die Workshops "Gaukler", "Natur" und "Pfadfindertechnik". Mit dem Lagerlied "Wir hausen in Hausen kunterbunt" auf den Lippen erkunden Pfadfinder und Rover auf ihren Hikes das nahegelegene Thüringen und die noch vorhandenen Grenzanlagen der Ex-DDR. Negativ in Erinnerung bleiben die rustikalen Toiletten, ein großes Unwetter sowie der Unfall von Michael Rattelmüller beim Feuerspucken. Insgesamt ist es aber ein tolles Lager mit dem 40-jährigen Pfadfinderjubiläum von Kurat Pfr. Pies, einer Weltreise der Wölflinge und bestandenen Mutproben bei den Jupfis.
1994
Das Grundstück im Vogelsberg, das den Pfadfindern vor einigen Jahren geschenkt worden war, wird verkauft. Die Wiese bei Ober-Lais lag nach einer Umlegung im Zuge einer Flurbereinigung in einem Landschaftsschutzgebiet. Dadurch war die Wiese fürs Zelten nur bedingt geeignet. Außerdem wäre die Investition sanitäre Anlagen notwendig gewesen. Der Vorstand beschließt daher den Verkauf.
1995
Nach großer Vorbereitung feiern die beiden Bruchköbler Stämme Shalom und Dom Helder Camara ihr 20- bzw. 10-jähriges Jubiläum als "20 Jahre Pfadfinder in Bruchköbel". Ein Wochenende lang stehen die Zelte auf dem Sportplatz der Grundschule Süd. Zum Ehemaligentreffen kommen aus Bruchköbel aber auch aus ganz Deutschland viele altbekannte Gesichter zusammen. Das Programm mit Festakt, Kinderspielen und Gottesdienst spricht viele Leute an und so wird es ein Fest mit den Bruchköblern und den beiden Kirchengemeinden.
1996
Gegen das Stammeslager im DPSG-Bundeszentrum in Westernohe bleibt Atlanta nur eine unbedeutende Sportveranstaltung. Die Kinder und Jugendlichen des Stammes machen aus dem Motto "Olympia" mehr als nur "dabeisein ist alles". In den Workshop-Tagen zu Anfang des Lagers geht es in den Gruppen "Funsports", "Olympisches Design", "Showtanz" und "Sportliches Kochen" mit sportlichem Eifer zur Sache. Der Höhepunkt ist eine Olympiade mit kreativen wie sportlichsten Höchstleistungen. Die neu entwickelte Wasserrutsche wird sogar später nach Italien exportiert. Die Olympiade (und das Lager) bieten auch internationales Flair durch die rwandesischen Pfadfinder, die in diesem Sommer in Westernohe mit ihren Trommeln, Tänzen und ihrer herzlichen Art viele Pfadfinder begeistern.
1998
Klaus Neuwald geht beruflich für ein Jahr in die Slowakei und kandidiert daher nicht wieder für das Vorstandsamt. Es gelingt zunächst leider nicht, einen Nachfolger zu gewinnen. Auch einige Leiter hören aus beruflichen oder privaten Gründen auf. Die Leiterrunde versucht daher verstärkt neue Mitglieder zu werben. Aus den Bemühungen entsteht der "Tag des offenen Zeltes". Alle Bruchköbler können an einem Samstag "Pfadfinder Sein" hautnah auf dem Sportplatz der Grundschule Süd erleben. Eine Jurtenburg, Spiele, Lagerfeuer und ein Gottesdienst locken viele Menschen an. Neue Mitglieder können jedoch kaum gewonnen werden.
1999
Die schwierige Situation in der Leiterrunde und den Stufen setzt sich fort. Der Stamm "schrumpft" auf etwa 45 Mitglieder. Auf einem Leiterwochenende in Zwingenberg wird das Stammeslager vorbereitet. In Gernsheim zelten etwa 30 Kinder, Jugendlich und Betreuer am Kloster Maria Einsiedel. Die Interessengruppen "Entdecker", "Kreativ" und "Jahrmarkt" werden diesmal von allen Teilnehmern durchlaufen. So ist das Programm sehr ab-wechslungs-reich.
Im Herbst stirbt unser Namenspatron, Bischof Dom Helder Camara, in Recife/Brasilien. Schon einige Jahre vor seinem Tod hatte er das "OFF - Obras de Frei Francesco" (Werk des Hl. Franziskus) gegründet. Durch das OFF werden die Arbeit gegen Armut, Unterdrückung und Gewalt fortgeführt. Mit einem Gottesdienst gedenkt der Stamm des Todes von Helder Camara.
2000
Stefan Duchardt wird im Januar den Vorstand gewählt. Daneben geht es mit neuen Wölflingen und neuen Leitern langsam wieder aufwärts, auch nach dem Sommer Frank Prokop als Leiter wieder aufhört. Im Herbst werden neue und alte Leiter in einem Leiterkurs geschult. Dorotheé Vilmin, die Bildungsreferentin der DPSG Fulda, arbeitet in der Kursleitung tatkräftig mit. Am Abschlusswochenende in der Kleinsassen/Rhön entschließen sich zum einen 3 Frauen, neu als Leiter anzufangen. Zum anderen werden Traudel Elsner und Pfr. Pies mit großem Dank für die langjährige Arbeit aus der Leiterrunde verabschiedet. Pfr. Pies wird nach seinem Rücktritt vom Kuratenamt zum Ehrenkuraten des Stammes ernannt.
2001
Aus dem Leiterkurs entspinnt sich das Projekt eines Stammeslagers im Ausland. Bald steht fest, dass das Ziel Bassano Romano in Italien heißt. Für das Stammeslager sammeln Kinder, Jugendlichen und Leiter aller Gruppen tatkräftig Geld und Spenden. Dann geht es schließlich mit dem heutigen Bürgermeister Roth und Pfr. Jünemann auf die weite Reise. Auf dem Zeltplatz "B.P. Park" in der Nähe Roms werden Freundschaften mit drei italienischen Pfadfindergruppen geknüpft. Die wahrhaft weite Reise bringt für alle unvergessliche Erlebnisse:Wölflinge machen ein Foto vom Dach des Petersdomes, Rover schlecken ein Eis vor dem Kollosseum, Jungpfadfinder schlafen am Seeufer, Pfadfinder hiken ans Mittelmeer, Petra wird zur Italienisch-Fee, Hr. Roth und Pfr. Jünemann kaufen italienische Bäcker leer, italienische Pfadfinderinnen testen die Wasserrutsche, der Stamm lernt neue italienische Spiele....
Im Oktober wird Pfr. Jünemann als Kurat in den Vorstand gewählt.
2002
Im April tritt Ralph Meister als Vorstand zurück. Klaus Neuwald wird von der Stammesversammlung in den Vorstand gewählt.
2003
Auf der Stammesversammlung scheidet Stefan Duchardt turnusgemäß aus dem Vorstand aus. Mit Anja Husmann wird seit vielen Jahren wieder eine Frau in den Vorstand gewählt.
2004
Im turnusmässigen Stammeslager geht es an die Mecklenburgische Seenplatte. Unter dem Motto "Expedition ins Ungewisse" erkunden die Kinder und Jugendlichen die Geheimnisse um ein Seeungeheuer von Groß-Zerlang.
Im Herbst tritt Anja Husmann als Vorsitzende zurück. Es gelingt dem Stamm nicht, das Amt neu zu besetzen.
2005
Im Juni scheidet Klaus Neuwald turnusgemäß aus dem Vorstand aus. Übergangsweise ist nur das Kuratenamt durch Pfr. Heribert Jünemann besetzt.
Im November wird Mareike Meister zur Vorsitzenden gewählt. Ein Vorsitzender kann wieder nicht gefunden werden. Trotz über 90 Mitgliedern im Stamm herrscht neben der Vakanz der Vorstandsämter auch große Not an Leitern.
2006
Im Mai wird Rainer Broßmann auf der ordentlichen Stammesversammlung in den Vorstand gewählt. Damit sind wieder alle drei Vorstandsämter besetzt.
Die Roverrunde reist im Sommer nach Irland und trifft auf Schafe, irische Pfadfinder und lustige Iren.
2007
Das Highlight des Jahres ist die Frankreichfahrt der Pfadfinderstufe. Mit dem VW-Bus geht es in den Süden des Landes wo Hike, Zelten und das savoir vivre geübt werden. Auf der Rückfahrt besucht die Gruppe noch Taizé.
2008
In den Sommerferien findet ein Stammeslager erstmals als großer Hike statt. Unter dem Motto "Back to the Boots!" wandern alle vom Wölfling bis zum Leiter am Main entlang.
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